Forum Internationale Uni
Das „Forum Internationale Uni“ fand am 12. Juli 2005 statt. Eingeladen hatten die Initiative Wissenschaft Saar e.V., der AStA der Saar-Uni und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel. Unter anderem waren der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Karl Addicks, die Uni-Vizepräsidenten Prof. Dr. Mathias Herrmann, Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle, Prof. Dr. Rolf Hartmann und Dr. Hartwig Cremers, der Direktor des Europa-Instituts, Prof. Dr. Torsten Stein, sowie der Leiter des Akademischen Auslandsamtes, Dr. Stefan Lauterbach, anwesend. Fachkundiger Referent war der Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Dr. Christian Bode. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Studentenwerk im Saarland e.V. durchgeführt.

Der Generalsekretär des DAAD warf die Frage auf, wo die Hochschulen im internationalen Vergleich stehen. Mit Bildung könne man Markt machen. Den Export von Bildung sieht Dr. Bo-de als zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig. Der DAAD habe seine Arbeit daher in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Positiv sei etwa, dass sich die Anzahl der in Deutschland studierenden Bildungsausländer in den Jahren 1998 bis 2004 um 65,7% erhöht habe.
Voraussetzung für die Realisierung eines internationalen Profils einer Hochschule sei eine „integrale Strategie“ und eine „effiziente Organisation“. Die Internationalität müsse Chefsache in der Uni sein. Denkbar wäre etwa die Einrichtung des Amtes eines Vizepräsidenten für internationale Angelegenheiten. Dr. Bode schlug weiterhin vor, verschiedene Serviceeinrichtungen der Universität organisatorisch zusammenzuführen, damit das Beratungsangebot verbessert werde. Der DAAD-Repräsentant will erreichen, dass mindestens 50% der Studierenden ins Ausland gehen. So könne etwa im Rahmen der Bachelor-Einführung ein Konzept verfolgt werden, bei dem sich das Studium aus drei Jahren Bachelor plus einem halben Jahr Auslandserfahrung zusammensetze. Erforderlich sei eine „kundenorientierte Beratung.“ Hierzu zählt Dr. Bode verschiedene Elemente, unter anderem die Unterbringung der internationalen Studierenden, Hilfe bei Visumsangelegenheiten und der Jobsuche sowie die Auslobung eigener Stipendien. Ein besonderes Anliegen ist es dem Generalsekretär, dass es Studienangebote im Bereich Deutsch als Fremdsprache gibt.

Auch in der Forschung will Dr. Bode eine weitere Stärkung der Internationalität erreichen. Neben übergreifenden Forschungsprojekten schlägt er vor, den Lehrkörper zunehmend international zu rekrutieren. Mit Blick auf die Saar-Uni betonte Bode, dass es hier bereits einen hohen Anteil internationaler Studierender gebe. Trotzdem habe man etwas von dem Vorsprung früherer Jahre eingebüßt, da die anderen Universitäten aufgeholt hätten. Aus seiner Sicht wird es in Zukunft besonders darum gehen, neben der Quantität auch die Qualität der ausländischen Studierenden zu beachten. So könne etwa der Anteil der graduierten Studierenden gesteigert werden, die nach einem Bachelor-Studium im Heimatland ein Master-Studium in Deutschland aufnehmen.

